Familienleben

Stillkiste für die erste Zeit mit Baby und Kleinkind

//unbeauftragte Werbung*// Wie beim letzten Beitrag angekündigt, habe ich noch ein paar Themen und Ideen rund um die erste Zeit mit einem neuen Geschwisterchen und heute möchte ich euch unsere Stillkiste vorstellen.

 

Während mir die Idee zur Geschwistermassage selbst (und eher aus der Not heraus) gekommen ist – was natürlich nicht heißt, dass noch nie jemand diese Idee hatte – bin ich auf die Stillkiste bereits Monate vor der Geburt vom Mini über Pinterest gestoßen.

Die Stillkiste (oder Stillbox) ist dabei gleichermaßen bekannt wie umstritten. Wir haben uns trotz Gegenargumenten dafür entschieden.

Was spricht für und gegen eine Stillkiste?

Als Gegenargumente werden häufig genannt, dass Kinder nun mal lernen müssen, sich zu gedulden, nicht immer im Mittelpunkt zu stehen und man sie ohnehin nicht mit materiellen Gütern vertrösten sollte.

Prinzipiell sehe ich das genauso, aber seien wir mal ehrlich, ein kleines (in unserem Fall grade mal 2jähriges) Kind, das auf einmal nicht mehr alleine zuhause ist, das lernt völlig unweigerlich, dass da jetzt jemand anderes nicht nur von Mama, sondern irgendwie von allen Erwachsenen betüddelt, bespaßt, liebkost, bewundert und beachtet wird. Es muss immer wieder warten, sich gedulden, ob es das nun will oder nicht, es gut kann oder eben nicht. Es MUSS es in dieser Situation einfach.

Und wir sind grade mit materiellen Geschenken wirklich sparsam. Die Stillkiste sollte aber einen Anreiz, eine Alternative, etwas Neues bieten. Materielles in Form von Lernspielen und Büchern kann ich da nun wirklich nicht negativ bewerten.

 

Mehrfach habe ich gelesen, dass die Stillkiste mit Geschwistergeschenken am Geburtstag verglichen wird. Also, dass alle Kinder beim Geburtstag von einem Familienmitglied ein Geschenk bekommen. Ich finde, das fällt in eine völlig andere Kategorie, denn hier geht es nicht darum, dass sich alle an eine neue, wunderschöne aber eben auch schwierige Situation gewöhnen, in eine neue Rolle einfinden müssen, sondern darum, dass man es nicht ertragen kann, wenn jemand anders MEHR bekommt. Ob nun Kuchen, Geschenke oder Aufmerksamkeit. Und während ich finde, dass es jede Familie handhaben soll, wie sie es für richtig hält, wird es bei uns kein Geschwistergeschenk geben. Denn hier finde ich wirklich, dass auch ein Kind lernen kann, dass es eben mal nicht im Mittelpunkt steht. Kuchen gibt’s natürlich trotzdem. 😉 Aber dazu vielleicht ein andermal mehr.

Wie funktioniert so eine Stillkiste?

Nachdem ich (aus meiner Sicht) nun die Gegenargumente aus dem Weg geräumt habe, ein paar Worte zum Sinn und Einsatz der Stillkiste.

Bei einer Stillkiste ist es egal, ob ihr einen Karton, eine Tasche oder eben wie wir einen kleinen Koffer wählt. Ich finde, er sollte schon von außen ansprechend aussehen und im besten Fall verschließbar sein.

 
 

Die Stillkiste ist das Alternativangebot für das (oder die) größere(n) Geschwisterkind(er) in der Zeit, in der das neue Baby gestillt wird. (Oder eben die Flasche bekommt.) Wichtig ist meiner Meinung nach, dass die Kiste auch wirklich nur dann genutzt wird, was grade in der Anfangszeit eh häufig genug ist. Das heißt nicht, dass in der Sekunde, in der das Baby gesättigt ist, die Kiste im Eilverfahren geschlossen wird. Aber zeitnah.
Wir haben es immer so gehandhabt, dass ich meiner Tochter gesagt habe, wenn der kleine Bruder satt ist und wir haben dann zusammen entschieden, was sie noch spielen/benutzen darf, bis wieder alles verstaut wird. (Das waren in der Regel wirklich nur 2-5 Minuten.)

Wie lange nutzt man so eine Kiste?

Bei uns hat unsere Tochter meist selbst nach der Kiste gefragt oder war sowieso schon mit etwas anderem beschäftigt. Nur wenn sie sehr unruhig wurde, habe ich hin und wieder selbst an die Kiste erinnert. Irgendwann (ich denke das war so nach 3 Monaten, kann aber auch etwas länger gedauert haben) wurde die Kiste immer seltener hervorgeholt. Meine Tochter konnte sich in den Stillzeiten immer besser selbst beschäftigen und die Situation insgesamt hatte sich beruhigt, wir waren langsam eingespielt. Also haben wir gemeinsam entschieden, dass die Kiste nicht mehr gebraucht wird. Die Spiele sind in den allgemeinen Bestand übergegangen, die Naschsachen wurden ab diesem Zeitpunkt nur noch zu besonderen Situationen hervorgekramt. (Aktuell gibt es beispielsweise oft einen Fruchtriegel, selbst gebackene Kekse und dergleichen nach dem Kinderturnen.) Das haben wir im Vorfeld klar kommuniziert und hat tatsächlich nie zu Streit geführt.

Wenn ein anderes Kind die komplette Stillzeit über Freude an der Kiste hat, spricht aber aus meiner Sicht absolut nichts dagegen, sie auch noch viel länger zu nutzen.

Und was kommt rein?

Was man in die Stillkiste tut, sollte man natürlich ein wenig an das Alter und die Interessen des Kindes anpassen. Für mich war wichtig, dass es etwas Besonderes ist in dem Sinne, dass wir nicht bereits ähnliche Angebote im offen und immer zugänglichen Spiele-/Bücherregal hatten. Was Naschsachen angeht, habe ich abends immer aufgefüllt und meine Tochter musste sich am nächsten Tag selbst einteilen, wann sie was isst. Dass es nicht jeden Tag Kekse gab, ist denke ich klar. Nüsse und Trockenfrüchte sind hier auch immer hoch im Kurs und allein, dass es die eigene kleine Naschdose war, war für meine Tochter ein Highlight.

 

Das passt gut in eine Stillkiste:

  • kleine (Lern-)Spiele
  • Pixi oder andere kleine Bücher
  • besondere Stifte und ein kleines (Aus-)Malbuch
  • kleine Kuscheltiere, Figuren, Spielzeugautos…
  • Frucht- und Nussriegel, Vollkornkekse, Studentenfutter…
 
 

Hilfreich bei der Entscheidung sind denke ich folgende Fragen:
– Passt es in meine ausgewählte Tasche/Kiste?
– Ist es etwas Besonderes oder hat mein Kind so etwas bereits?
– Interessiert sich mein Kind normalerweise für solche Angebote?
– Kann es sich damit alleine beschäftigen oder braucht es viel Hilfe?
– Kann man leise damit spielen oder macht es zu viel Krach?

 
 
 

Was haltet ihr von der Stillkiste und hattet ihr bei eurem 2., 3., … Kind auch eine? Mir ist trotz intensiver Vorbereitung wirklich erst im Nachhinein klar geworden, wie anspruchsvoll die ganze Situation für meine kleine Große war und ich denke, dass uns die Stillkiste einige Momente erleichtert hat.

Iris Maya

 

//*unbeauftragte Werbung durch Marken- und Produkterkennung//

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