Glaubensfragen Sonstiges

kreativ unterwegs in der Bibel

* Monatssammelsurium *

Ich bin mal wieder etwas später mit meinem Monatssammelsurium dran, aber ich wollte es dann nicht schon wieder verschieben oder ausfallen lassen. Deshalb gibt es also ein paar kreative Anregungen zum Umgang mit biblischen Texten eben Anfang Mai und nicht wie geplant Ende April.

Während ich mich sehr viel mit der Bibel beschäftige und das tägliche Lesen für mich ein wichtiger Bestandteil meiner „Routine“ geworden ist, hatte ich irgendwann das Bedürfnis, mich den Inhalten auch auf eine andere, persönlichere Art zu widmen. Da ich ja nun mal keine offizielle Gemeinde habe und somit auch leider keinem Hauskreis oder ähnlichem beiwohne und mein Bruder, mit dem ich mich zwar sehr viel über die Bibel selbst als auch über Gehörtes und Gelesenes (Predigten, Debatten, Interviews…) austausche, eine ganz andere Art zu denken und zu verarbeiten hat, habe ich mich ein wenig im Internet umgesehen.

Schnell bin ich vor allem auf Pinterest, aber auch auf diversen Blogs sowie Instagram fündig geworden und habe ein wenig für mich „rumprobiert“.

Bible Reading Challenges

Entdeckt habe ich unter anderem Rachel Wojo und ihre Bible Reading Challenges. Im Grunde geht es genau um das, was der Name sagt – gemeinsam in der Bibel zu lesen. Der „Challenge“ Aspekt besteht dabei darin, vorgegebene Textabschnitte in einem bestimmten Zeitrahmen zu lesen.

Ob man es „nur“ beim Lesen belässt oder was man noch aus den Vorgaben macht, bleibt jedem selbst überlassen. Die Textpassagen sind dabei jeden Monat zu einem gewissen Überthema ausgewählt und dadurch leider oft ziemlich aus dem Kontext gerissen. Das tägliche Lesen zusammenhängender Texte sollte es daher meiner Meinung nach auf gar keinen Fall ersetzen.

Auch wenn ich kein großartiges Talent besitze, bin ich mehr so der kreative Typ und vielleicht auch ein visueller Lerner, wer weiß. Somit habe ich versucht, mich den Texten noch etwas mehr anzunähern und Erkenntnisse für mich herauszuziehen, indem ich jeweils eine Seite mit Zitaten und Schlagwörtern gestaltet habe.

Nachdem ich zwei Monate „mitgemacht“ habe, kann ich ganz klar sagen, dass es nicht meine Art ist, mich mit der Bibel auseinanderzusetzen. Die Passagen waren mir häufig viel zu sehr gelöst vom Kontext und somit teilweise auch von der eigentlichen Aussage. Ich hatte das Gefühl, dass ich selbst durch dieses Vorgehen mein Augenmerk viel zu sehr auf die mögliche Umsetzung gelegt habe, auf „hübsche“ Zitate und dass dadurch der eigentliche Reichtum, den die Bibel zu bieten hat, mehr verloren geht als zum Vorschein kommt.

Aber das ist mein persönliches Fazit. Jemand anders mag mit diesen thematisch gesammelten „Häppchen“ deutlich mehr anfangen und auch einen größeren Nutzen daraus ziehen als ich es konnte.

Bible (Art) Journaling

Noch lange bevor ich auf Rachel Wojos Blog aufmerksam wurde, stolperte ich immer wieder über Bible Art Journaling. Nachdem ich mich ein wenig mit der Idee dahinter beschäftigt hatte, bestellte ich mir eine King James Journaling Bible, weswegen auch diese und die oben abgebildeten Textstellen größtenteils auf Englisch sind.

Die Bibel, die ich mir bestellt habe, ist leider mehr für „normales“ Journaling gedacht. Für die künstlerische Bearbeitung hätte ich mir einen breiteren blanco Rand und auch dickere Buchseiten gewünscht, aber ich bin im vom mir angedachten Preissektor nicht so richtig fündig geworden.

Aber auch so bietet diese Version Platz für ein bisschen kreatives Austoben. Hier habe ich Psalm 51 ein wenig gestaltet zu einem Zeitpunkt, wo ich „create in me a clean heart“ – offensichtlich eine Vertonung einiger bekannter Verse des Psalms – rauf und runter gehört habe.

Die Version, die ich sonst höre, habe ich auf Youtube nicht gefunden. Aber diese hier gefällt mir auch gut. 🙂

Insgesamt ist Bible Art Journaling für mich viel eher eine gute Herangehensweise, aber ich muss ganz ehrlich sagen, dass ich auch diesen „Trend“ etwas kritisch sehe. Viele Bilder, die man dazu auf Pinterest findet, sind rein optisch ganz wundervoll und geben viel her. Häufig wird aber nur ein Vers oder manchmal nur ein Wort aus einer Seite „gerissen“, der restliche Text übermalt und der Fokus scheint für mich oft nicht auf der Aussage des Textes, sondern eigentlich nur noch auf der am schönsten gestalteten Seite zu liegen.

Quasi eine nette Bastelstunde mit einem Bisschen religiösen Beiwerk bzw. biblischen Hintergrund, um es ein wenig überspitzt auszudrücken.

Für mich heißt das, dass ich mich nicht bewusst auf die Suche begebe nach Schlagwörtern, Versen, Passagen, die sich zum Gestalten anbieten. Eher umgekehrt schreibe ich mir Passagen raus, die mir beim täglichen Lesen auffallen und geeignet erscheinen und  wenn mich dann die Journaling-Motivation packt, dann hole ich meine Stifte, mein Washi Tape und die entsprechende Bibel raus. Denn es sollte doch um den Text und nicht ums Malen gehen – womit ich keineswegs Kritik an Malen, Zeichnen, Basteln und Kreativem allgmein üben möchte. Ich finde es nur etwas „gefährlich“, wenn sein persönliches Hobby mit wirklich ernsthafter Bibelarbeit verwechselt und ich denke einfach, dass das beim Bible Art Journaling schneller passieren kann, als einem vielleicht so auf Anhieb klar ist.

Bible Lettering

Zum Schluss noch ein paar Ergebnisse einer Bible Lettering Challenge, an der ich teilgenommen habe.

Lettering ist wohl den meisten ein Begriff. Gaaaanz vereinfacht ist es das kunstvolle Gestalten von Text, das Malen der Buchstaben anstelle von einfachem Schreiben. Beim Bible Lettering schreibt man Bibelpassagen also nicht einfach ab, sondern „malt“ sie ab, gestaltet die Schrift auf verschiedene Weise. Inzwischen habe ich schon einige meiner liebsten Passagen gelettert und werde euch sicher noch einige Ergebnisse zeigen. Heute gibt es dann wie gesagt ein paar erste Versuche.

Man sieht denke ich ganz gut, dass es sich um eine Ausprobierphase gehandelt hat. Wobei die natürlich nach wie vor in gewisser Weise anhält. Ich wollte einfach ein wenig verschiedene Schriftarten, -größen und „Effekte“ sowie Stifte ausprobieren, um auch ein wenig meinen eigenen Stil herauszufinden und herauszuarbeiten.

Das Bible Lettering ist für mich ganz klar die Methode der Wahl, wenn es um eine kreative Begegnung mit Gottes Wort geht. Ich kann meine eigentlich immer schon dagewesene Freude fürs Basteln, für Farben, für Gestaltung und ganz ehrlich auch für Stifte „ausleben“ und trotzdem steht der Text im Fokus. Hierbei habe ich nicht das Gefühl, dass die Bibel zum Mittel zum Zweck verkommt, sondern dass sie den Inhalt, den Anreiz und das Ergebnis bietet. Dass mein Malen, Schreiben, Zeichnen und Gestalten eben nur Beiwerk ist. Der Versuch, Texte tiefer zu verarbeiten, auswendig zu lernen und noch mehr zu wertschätzen.

Wie bei allem gilt für mich aber auch hier, dass das mein ganz persönlicher Weg, mein persönlicher Eindruck ist. Jemand anders mag aus Bible Art Journaling viel mehr ziehen und das ist nicht nur okay, sondern gut so. Solange man selbst reflektiert, ob man sich intensiv mit dem Text beschäftigen möchte, oder ob dieser nur alibimäßig vorgeschoben wird, ist jede Auseinandersetzung mit der Bibel ein Gewinn – wie wir sowohl im Alten als auch im Neuen Testament immer wieder bestätigt finden.

Er aber antwortete und sprach: Es steht geschrieben (5. Mose 8,3): »Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern von einem jeden Wort, das aus dem Mund Gottes geht.«

Matthäus 4:4

Habt ihr eine bestimmte Methode, euch mit den biblischen Inhalten auseinanderzusetzen und was haltet ihr von diesen kreativen Herangehensweisen? Würde mich doch interessieren, ob ihr ihnen sehr aufgeschlossen oder wie ich auch ein wenig kritisch/skeptisch gegenübersteht.

Iris Maya

 

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